Der am Hafen im Stadtteil Alanya in Antalya emporragende Rote Turm gilt als eines der wichtigsten Symbole der Stadt und ziert sogar die Stadtflagge.
Die Ursprünge des Gebäudes gehen auf das 13. Jahrhundert in die Seldschukenzeit zurück. Der Bau begann zu Beginn der Regierung des anatolisch-seldschukischen Sultans Ala ad-Din Kaiqubad I. und wurde 1226 fertiggestellt.
Der Sultan brachte den talentierten Architekten Ebu Ali Reha el Kettani aus dem syrischen Aleppo nach Alanya, um das Gebäude fertigzustellen. Derselbe Architekt hatte zuvor bereits die Festung von Sinop erbaut.
Da es während des Baus ab einer bestimmten Höhe schwierig wurde, Steinblöcke nach oben zu transportieren, wurden für den oberen Teil gebrannte rote Ziegel verwendet. Diese roten Ziegel gaben dem Turm seinen Namen; zudem besagen mündliche Überlieferungen und lokale Erzählungen, dass Eiweiß für den Mörtel und Eigelb für die Außenfläche verwendet wurden.
Das achteckige Bauwerk besitzt Wände, die jeweils 12.5 Meter breit sind. Das Gebäude ist 33 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 29 Metern.
Als feines Beispiel mittelalterlicher Militärarchitektur enthält der Turm antike Marmorblöcke, die in seinen Wänden sichtbar sind.
Im Inneren umfasst der Turm fünf Stockwerke einschließlich des Erdgeschosses. Besucher erreichen die Spitze über eine steile Steintreppe mit 85 weit auseinanderliegenden Stufen, und das von oben einfallende Sonnenlicht reicht bis hinunter in den ersten Stock.
Genau in der Mitte des Turms befindet sich eine Zisterne, die die praktische Ingenieurskunst hinter seiner militärischen Funktion unterstreicht.
Der Turm wurde erbaut, um den Hafen und die nahegelegene Werft aus dem Jahr 1221 vor Angriffen von der Seeseite zu schützen, und diente jahrhundertelang militärischen Zwecken.
Nach Reparaturen in den 1950er Jahren wurde der Turm 1979 für Besucher geöffnet, wobei sein erstes Stockwerk in das Ethnografische Museum Alanya umgewandelt wurde. Das Museum stellt Besuchern die Geschichte des Turms und der Stadt vor und widmet sich dabei auch heraldischen Elementen wie dem seldschukischen Doppeladler.
Das historische Bauwerk war zudem auf der Rückseite der türkischen 250000-Lira-Banknoten abgebildet, die von 1992 bis 2005 im Umlauf waren.
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