InhaltsstatusAnhand von Quellen geprüftWikimedia research dossier · Zuletzt geprüft: 2026-09-14 03:17:24

Die Köprüpazar-Brücke ist ein historischer Übergang nahe Aspendos über den Fluss Köprüçay, der historisch als Eurymedon bekannt ist. Das heute stehende Bauwerk wurde von der seldschukischen Dynastie im 13. Jahrhundert auf den Fundamenten und verbleibenden Steinblöcken einer früheren römischen Brücke errichtet.

Die ursprüngliche Form und Anlage der Brücke aus römischer Zeit wurden anhand noch vorhandener Überreste wie Rampen, Widerlagern und Pfeilerfundamenten digital rekonstruiert. Diesen Studien zufolge war die antike Brücke 259,50 Meter lang, 9,44 Meter breit und wies neun halbkreisförmige Bögen auf. Zum Schutz vor der Strömung des Flusses wurden keilförmige Wellenbrecher und verstärkte Mauerwerksstrukturen integriert. Darüber hinaus belegen Hohlkammerkonstruktionen an der rechten Rampe und 1,5 Meter lange Eisenstäbe zur Sicherung des Fundamentmauerwerks den fortgeschrittenen Stand der antiken Ingenieurskunst.

Das genaue Baujahr der römischen Brücke ist ungewiss, steht aber in enger Verbindung mit dem Aquädukt von Aspendos, dessen Teile in ihren Außenmauern wiederverwendet wurden. Da das Aquädukt bis zum 4. Jahrhundert nach Christus in Betrieb war, konnte die Brücke nicht vor dieser Ära erbaut worden sein. Gelehrte vermuten, dass sowohl die antike Brücke als auch das Aquädukt beim großen Erdbeben des Jahres 363 nach Christus zerstört worden sein könnten, was erklärt, warum perforierte Röhrensteine des Aquädukts bei den Wiederaufbauarbeiten verwendet wurden.

Nach dem Einsturz der spätrömischen Brücke, vermutlich infolge eines weiteren Erdbebens, wurde während der Regierungszeit des seldschukischen Sultans Kai-Qubadh I. (1219–1237) eine neue Brücke errichtet. Die seldschukischen Baumeister nutzten die verbleibenden Teile der antiken Struktur so weit wie möglich, mussten jedoch einigen Pfeilern folgen, die durch die Kraft der Flussströmung verschoben worden waren.

Die Brücke der Seldschuken weist im Vergleich zu ihrem antiken Vorgänger deutlich kleinere Abmessungen auf. Ihre Breite wurde halbiert, ihre Bögen wurden 4,1 Meter niedriger als die römischen gebaut und die Gesamtlänge wurde verkürzt. Diese Anpassung ermöglichte es den Baumeistern, überlebende antike Fundamente und Pfeiler erfolgreich in das mittelalterliche Design zu integrieren.

Einer der auffälligsten visuellen Unterschiede der seldschukischen Brücke ist ihr zickzackförmiger Verlauf. Da die Baumeister der verschobenen Ausrichtung der antiken Pfeiler in Flussmitte folgten, knickt die Brücke scharf ab. In Kombination mit ihren Spitzbögen verleiht diese Anlage dem seldschukischen Bauwerk ein Erscheinungsbild, das sich deutlich vom römischen Original unterscheidet.

Die Brücke wurde hauptsächlich aus behauenen Steinblöcken sowie wiederverwendeten antiken Materialien errichtet. Bemerkenswert ist, dass die perforierten Röhrensteine des Aspendos-Aquädukts im Rampenbereich zum dritten Mal wiederverwendet wurden. Bei Restaurierungsarbeiten an der bröckelnden Brüstung in den späten 1990er Jahren wurden zudem Steine mit griechischen und arabischen Inschriften in der Struktur entdeckt.

TypGeschichte
StadtgebietManavgat
StatusAnhand von Quellen geprüft